REFLEXIONEN

Deutsche Übersetzungsreihe

Erstmals 1968 veröffentlicht und von der BBC als „Outstanding Book of the Year“ ausgezeichnet, zeigt Reflections Idries Shah in seiner konzentriertesten Form – eine handliche Sammlung von Fabeln, Aphorismen, Beobachtungen und verdichteten Lehrgeschichten, die an die Wurzeln konditionierten Denkens gehen. Jeder Text ist prägnant, doch nur wenige sind einfach.

Das Vorwort formuliert die Bedingungen klar: Glaubst du, dass Fabeln lediglich unterhalten oder belehren und auf Fiktion beruhen? Die besten von ihnen, so Shah, sind Darstellungen dessen, was im wirklichen Leben geschieht – in der Gemeinschaft ebenso wie in den mentalen Prozessen des Einzelnen. Dies ist kein Buch des Trostes oder der Beruhigung. Es ist ein Buch präziser Instrumente, jedes darauf abgestimmt, einen blinden Fleck sichtbar zu machen, von dessen Existenz der Leser nicht wusste.

Ein einzelner Aphorismus lässt sich in fünf Sekunden lesen und benötigt vielleicht fünf Jahre, um wirklich verstanden zu werden. Eine dreizeilige Fabel kann eine Annahme auflösen, die das Verhalten eines ganzen Lebens bestimmt hat. Die Wirkung ist kumulativ und unvorhersehbar – die Texte vertreten keine Position, sie verändern Wahrnehmung. Leser haben die Erfahrung beschrieben, als würde man aus dem Schlaf gerüttelt. Ein Rezensent bekannte, in diesem schmalen Band mehr Weisheit gefunden zu haben als in jedem anderen Buch des Jahres.

Was Reflexionen ungewöhnlich macht – selbst unter Shahs eigenen Werken – ist seine Dichte. Kein Füllmaterial, keine Einleitung, keine ausgedehnten Erklärungen. Jeder Satz rechtfertigt seinen Platz in einem Buch, das sich an jeder Stelle öffnen lässt und jederzeit etwas Unerwartetes liefert.

Klein im Umfang, weitreichend in seiner Wirkung, ist Reflexionen eines jener seltenen Bücher, die mit der Zeit größer werden.

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